Sonny

einfach Ich

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18. Januar 2015
von sonny
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Die neuen Wege des Herrn Plüsch V

Eine neue Stunde und Hausaufgaben gab es diesmal auch, obwohl schon jede Übung die neu ist, eine Hausaufgabe für mich ist, da alles aufeinander aufbaut und ich das erstmal lernen muss. Falls ich es noch nicht angemerkt habe oder Du es noch nicht wusstest, Adriana unterrichtet nach den, sagen wir mal, Grundsätzen von Bent Branderup. Somit gibt es ein System welches zu erlernen und zu verfolgen ist. Es hat viel mit natürlichen Bewegungsabläufen, Biomechanik und der Reitweise der alten Reitmeister zu tun. Sehr interessant.

Der Anfang von allem

Jedes Arbeiten vom Boden aus, wird mit folgenden Übungen angefangen. Diese Übung kann man im Stall machen, wenn man den Rest draußen in der freien Wildbahn weiter arbeiten möchte. Sollte man so einen Luxus wie eine Halle haben, dann kann man auch dort beginnen.
Gestartet wird wieder mit der Übung fürs Genick. Den Pferdekopf auf Buggelenkt bringen und nach rechts und links biegen. Je öfter wir das machen, also in Tagen gerechnet, desto besser geht es auf beiden Seiten. Da es eine biegende Übung ist, zieht es dem Herren natürlich auf der schlechten Seite mehr als auf der guten.

Danach folgt das Wippen. Auch hier kommt es ganz auf die Seite an, aber ich kann schon einen Unterschied zu den ersten Malen feststellen. Er traut sich mehr Last auf dem rechten Hinterbein aufzunehmen. Das ist schon ein großer Fortschritt, von dem ich nicht dachte, dass er so schnell kommt.

Die Baustellen öffnen sich

Nur mit einem lockeren Poony kann man arbeiten und so bekam der Herr eine schöne Halsmassage, natürlich im, jetzt schon üblichen, Kreis gehend. Dabei musste ich meine Position verändern um besser an den Hals zu kommen und da tat sich die nächste Baustelle auf. Immer wenn eine geschlossen wird, geht irgendwo eine auf, aber nur so kommt man irgendwann zu einem Ziel, in dem man sich immer wieder verbessert.

So lässt der gute Herr mich nicht an seine Schulter zurück fallen. Sobald ich dort hin möchte, dreht er sich ein oder weicht vor mir. Er versucht immer in den ursprüngliche Position, mit dem Kopf neben oder hinter mir zu kommen, obwohl ich dies nie explizit gefordert habe.

Gut, ich habe meine Führungsposition auch nicht geändert so wie jetzt, außer wenn ich mal am langen Zügel arbeiten wollte. Hat meistens nicht geklappt, weil wir uns im Kreis drehten oder er gar nicht los gehen wollte, so habe ich es einfach irgendwann gelassen, weil ich mir keinen Reim darauf machen konnte.

Nun habe ich gelernt – also bildlich gesprochen -, dass er sich etwas alleine und verloren da vorne fühlt und ich Geduld, Ruhe und Überredungskunst benötige, damit ich im gehen meine Positionen am Pferd ändern kann.

Nach der Massagerunde ist vor dem Schulter herein

Weiter ging es mit Schulter herein auf beiden Händen. Rechts müssen wir noch üben, aber es wird immer besser.
Herr Plüsch möchte diese Übung auf der rechten Hand sehr schnell hinter sich bringen, weil er seinem Bein nicht traut, daher schiebt er und lässt sich nicht führen und biegen. Aber ich bin wirklich guter Dinge, dass auch dies in naher Zukunft kein Problem sein wird, denn bis jetzt hat er alles was wir gelernt haben, immer schnell umgesetzt, manchmal auch zu schnell, frei nach dem Motto:“Ach, jetzt komm schon Frauchen, ich weiß, ich weiß. Jetzt kommt das!“
Ich muss ganz klar an meiner Hand arbeiten, denn diese ist wie beim Pferd, auf der einen Seite sehr weich und auf der anderen Seite, wenn er schiebt meistens fest.

Meine Feuerprobe

Es gibt etwas, vor dem ich schon immer angst hatte. Mir ist es egal ob das Pferd unter mir buckelt oder durchgeht. Ich bin da in den Situationen relativ ruhig, aber, ich kann meinen Urinstinkt des Aufweichens nicht einfach so ausschalten, wenn ein Pferd während ich an der Hinterhand stehe, das Hinterbein hebt, ich muss dann einfach ausweichen und zurück weichen.

Ja, ich weiß, es ist falsch zu weichen, aber ich habe einfach keine Lust eine geballert zu bekommen. Nun, dass sah Adriana etwas anders und bevor ich meinen Körper in Sicherheit bringen konnte, wurde mir schon ins Gewissen geredet, dass ich genau da stehen bleiben soll. Erst schoss mir ehrlich gesagt durch den Kopf, dass sie verrückt ist, aber ich will lernen und so gehört auch vertrauen dazu und da ich mir sehr sicher bin, dass Adriana weiß was sie da tut und mein Pferd besser lesen kann als ich, bin ich dort stehen geblieben.

Aber irgendwie habe ich gerade vergessen zu erwähnen was wir gemacht haben. Ich kann das Pferd ganz gut von hinten aufzäumen *hust*

Ich sollte mein Pony longieren, also nicht so im üblichen Sinne, sondern ihn einfach auf Abstand um mich herum lenken. Das ist für viele Pferde kein Problem, für uns aber schon, denn schon lange ist er nicht mehr an einer Leine um mich herum gelaufen sondern immer ohne Longe im Round Pen, da ging ganz gut, aber so mit Leine haben wir ein kleines Problem. Nun war die Aufgabe also das Pony zu longieren.

Ein Desaster mit sehr lehrreichen Ausgang

Natürlich ist er nicht von meiner Seite gewichen und wenn ich kurz mit der Gerte getrieben habe, ist er wie ein sturer Esel stehen geblieben, so das Bild für die Außenstehenden und die haben sich bestimmt gedacht:“Dem Gaul muss man mal ordentlich eine auf den Arsch geben und dann geht der schon von alleine!“
Ich will solche Sätze einfach nicht mehr hören oder Menschen an der Stirn ablesen.
Ich machte das jetzt auf diese Art die ich gelernt habe und ich muss wirklich sagen, dass es einfacher ist als ich je gedacht habe. Ja, das ist so manchmal ein Problem. Ich denke zu viel ;) Manche Menschen haben das schon sehr gut erkannt, ne meine Ehefrau ;)

Also, jedenfalls stand das Pony auf der Wiese und wollte lieber fressen als mit mir zu kooperieren. Somit musste ich ihn weiter treiben. Leichtes und nerviges vibrieren mit der Gerte am Hinterbein sollte ihn weiter treiben. Hat auch geklappt, nachdem er sein Hinterbein angewinkelt und ausgetreten hat.

Ich verstehe jetzt das große WARUM und natürlich habe ich noch Respekt vor den Hufen meines Pferdes, aber ich zucke wirklich nicht mehr soooo zurück, denn er will mich gar nicht treffen. Er muss eine Energie loswerden die ich fordere, die er aber nicht ins vorwärtsgehen steckt, sondern eben diesen Ausweg sucht, weil er nicht weichen möchte.

Die Hausaufgabe

Wie Du unschwer erkennen kannst, sind meine Hausaufgaben:
– leichter in der rechten Hand werden
– Führungsposition beim Kreise laufen nach hinten verändern
– Longieren am Strick – Gangart egal – dabei weiter auf höhe der Hinterhand stehen/gehen

Wir üben fleißig weiter und wenn die nächste Stunde abgeschlossen ist, dann werde ich Dir davon natürlich wieder berichten.

Falls Du fragen zu etwas hast, kannst Du gerne diese in den Kommentaren stellen oder auch mir eine Mail schreiben.

 

10. Januar 2015
von sonny
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Die Sache mit dem Blähbauch

Ich hatte dir ja berichtet, dass Herr Plüsch nicht dick sondern einfach nur aufgebläht ist und er dagegen Fenchel-Anis-Kümmel-Tee bekommt. Manches was für den Menschen gut ist, kann auch dem Pony nicht schaden.

Adriana hatte den richtigen Riecher, im wahrsten Sinne des Wortes. Nach den ersten 5 Tagen ohne sichtlichen oder gehörten Erfolg hatte ich schon etwas den Mut verloren, dass es hilft, aber ich habe den Tee schön brav weiter geben, denn manchmal kann so etwas ja auch etwas dauern und die Innereien meines Ponys kann ich nicht so gut einschätzen.

Und da kam es, ein Pupsen in meiner Anwesenheit. Wunderbar. An diesem Tag hat er schon morgens angefangen, nach 10 Tagen Teegabe. Für manches braucht es einfach seine Zeit.

Sichtlich hat sich das Pony verändert. Er ist wirklich nicht mehr so aufgebläht. Wenn man von oben schaut, dann wirkt er nicht mehr so rund und er hat Konturen. Leider habe ich keine Bilder von der Seite und von oben gemacht, damit ich Dir einen Unterschied zeigen kann.

Schade finde ich, dass andere Menschen, so wie der Tierarzt der ihn impft oder die Chiropraktikern dies nicht angemerkt haben, denn dann hätte ich ja schon viel früher etwas machen können und mich über die nicht wachsenden Bauchmuskeln, die antrainieren sollte, gewundert.

Faszinierend was so ein bisschen Tee doch anstellen kann. Den bekommt er jetzt noch ein paar Wochen und dann bin ich mal auf das Ergebnis gespannt, wie viel Luft aus dem Pony gewichen ist.

 

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28. Dezember 2014
von sonny
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Die neuen Wege des Herrn Plüsch IV

Da bin ich schon mit der dritten Unterrichtsstunde. Hui, ich muss gestehen, danach war mein Kopf voll. Voll mit Emotionen, Gefühlen und Bildern und ganz viel Wissen. Was ich an der Arbeit mit Adriana wirklich klasse finde ist, dass sie alle Gebiete die sie beherrscht in diese Stunden mit einbringt.

Das ist nicht einfach:“Du musst hier ein bissel zuppeln und da ein bisschen drücken, fertig ist die Biegung.“

Sondern:“Du solltest das Pferd so stellen, damit diese Reaktion kommt und die ist dafür da. Während du das machst, bewegt sich dies und jenes mit und hat diesen Effekt.“

Und dazu gibt es noch viele kleine Details die alles zu einem große Ganzen ergeben, gepaart mit viel Lob für Pferd und Mensch und mit Herzblut, denn man merkt ihr an, dass sie es gerne macht. Keine schlechte Laune, wie man sie aus manchen Reitställen kennt, kein aufstöhnen wenn ich mal wieder eine Frage stelle oder mich einfühlen muss, wenn ich nicht alles koordinieren kann, wie es mir gerade gezeigt wurde.
Es ist wirklich ein Gesamtpaket, was ich dort bekomme und das hätte ich so nicht erwartet. Und ja, ich schwebe irgendwie auf Wolke sieben, denn so macht es spaß.

Aber auch dieses Mal möchtest du das alles gar nicht wissen, sondern einfach wie die dritte Stunde war.
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Baby Plüsch

26. Dezember 2014
von sonny
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Unsere Geschichte

Bei der Pferdeflüsterei habe ich eine wunderbare Geschichte gelesen, die ich gerne mit Dir teilen möchte, aber durch die ersten Zeilen der Geschichte, bin ich etwas an mich selbst erinnert worden, so dass ich einfach meine, nein, eigentlich unsere Geschichte, aufschreiben wollte. Die Geschichte von Herrn Plüsch und mir.

Eine Liebe entsteht

Als ich mit 12 Jahren anfing zu reiten oder eher mich von Pferden tragen zu lassen, war dies etwas in dem ich voll aufging. Ich hätte vieles dafür getan, diese weichen Nasen zu streicheln und das Höchste war für mich, auf ihrem Rücken zu sitzen. Eine Idee reifte mit jedem Pferd was ich kennenlernte weiter heran. Ein eigenes Pferd. Natürlich, welcher Reiter wünscht sich das nicht? Aber es sollte noch länger dauern bis ich diesen Wunsch erfüllt bekommen sollte, denn so ein Fellmonster ist nicht günstig, aber es tut der Seele gut. Nur woher nehmen wenn nicht stehlen, denn ohne Unterstützung kann man sich dies während der Schulzeit nicht leisten.

Wie soll es sein?

Das erste eigene Pferd. Wenn man so Hirngespinste entstehen lässt, dann kommen da ja die tollsten Sachen raus. Ich wollte einen Rappen. Am besten einen Wallach, denn Stuten sind nicht so mein Ding. Stockmaß 1,80 m, ich bin ja nicht so klein, da kann es ruhig etwas größer sein. Dressur muss er mögen, denn ich möchte etwas weiter kommen. Nein, keine Turniere. Ich kann es nicht gut leiden wenn mir viele Leute beim Reiten zuschauen. Ich möchte nur lernen. Natürlich wünscht man sich von seinem eigenen ersten Pferd, dass es gesund und munter ist und es solle auf gar keinen Fall ein Schimmel oder Fuchs sein.

Wie Du mittlerweile wissen solltest, ist es bis auf den Wallach nichts geworden, aber ganz ehrlich? Es macht nichts. Ich liebe diesen kleinen, kranken, nicht Dressur mögenden Fuchs, denn er hat etwas was ein Großpferd nicht hat. Einen vierten Gang und für seine Größe hat er ein riesiges Herz was wahrscheinlich nur mir gehört, so wie er sich verhält.

Wie ist er zu meinem Seelenpferd geworden? 

Merkwürdigerweise kenne ich mein Pony schon seit seiner Geburt.

Baby Plüsch

Ich habe seine guten und schlechten Zeiten miterlebt. Ich habe gesehen wie er hoch gelobt und fallen gelassen wurde, bis ich im Sommer 2008 mich dazu entschieden habe, mich um ihn zu kümmern.

Junger Plüsch
Am Anfang sagte ich mir immer wieder, dass ich ihn nur putzen und mit ihm spazieren gehen werde, damit er einfach etwas Aufmerksamkeit bekommt. Nachdem das mit uns ganz gut klappte, habe ich angefangen ihn zu longieren, aber mehr wollte ich nicht. Ich wollte ihm eine Aufgabe geben. Mit 9 Jahren kann er da ja nicht einfach rumstehen und arbeitswillig war er schon immer.

Ja, wie das immer so ist, nach dem longieren kommt dann die Frage, würde er mich auch aufsteigen lassen? Ja würde er und so hatte ich ein neues Pflegepferd. Ich möchte kurz Anmerken, dass ich mich auch weiter um ihn gekümmert hätte, hätte er mich nicht aufsteigen lassen.

So arbeiteten wir zusammen und besuchten mit der Ehefrau und ihrem Pferd einen Kurs zum Kentauros-System.

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Danke, ich weiß das ich scheiße sitze ;)

 

Die Fragen die sie mir an diesem Wochenende stellte, kamen mir merkwürdig vor. Wirklich merkwürdig. Es waren keine alltäglichen Fragen, es waren fragen zu einem eigenen Pferd. Einem eigenen Pferd, das ich nicht besaß. Aber ich habe mir dabei absolut nichts gedacht. Erst im Nachhinein ist der Groschen gefallen.

Das erste eigene Pferd

Am 08.12.2008 war es so weit. Ich bekam mein Pony geschenkt. Auch wenn er nicht die Größe, die Farbe oder sonst etwas von dem hatte, was ich mir immer als Traumpferd gewünscht habe, er ist ein Traumpferd.

Nicht für jeden, aber das muss ja nicht sein, es reicht, wenn er es für mich ist. Es ist mir egal, dass er seine Maske tragen muss. Auch habe ich kein Problem mit seinem Ekzem. Dann zieh ich halt vor dem Reiten die Decke ab und danach wieder auf. Es gibt Schlimmeres.

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Wir haben viel gelernt. Haben uns zusammen gerauft, waren unterschiedlicher Meinung. Haben das Gefühl von Freiheit gespürt. Wir haben zusammen einfach sehr viel erlebt.

Das Leben ist kein Ponyhof

Leider, wirklich leider, gab es auf der Arbeit ein neues Projekt. Neue Projekte heißen Arbeit. Viel Arbeit und so litt Herr Plüsch sehr darunter. Ich war gestresst und einfach nur glücklich wenn ich Zuhause war und meine Ruhe hatte. Der Stalldienst wurde kurz und knapp vollzogen und dann ging es wieder auf’s Sofa. Wenn ich dann mal etwas mit dem Pony anstellte, war ich gestresst und wurde schnell ungerecht, was er sich natürlich auch nicht bieten lassen hat. So wurden wir zu einem schlechte Laune Teufelskreis und es machte keinen Sinn.

Das Projekt pendelt sich langsam ein, es kam wieder mehr Zeit. Der Stress wurde weniger, aber wir kamen aus unserem Kreis einfach nicht raus. Das Vertrauen hatte ich mir verspielt, so musste ich von neuem anfangen.

Herr Wuff zieht ein

Wo wieder mehr Zeit war, haben wir uns einen Herzenswunsch erfüllt. Herr Wuff zog bei uns ein. Natürlich muss in das junge unerzogene Bürschchen auch erst einmal wieder Zeit investiert werden, die Herrn Plüsch gestrichen wurde. Im Nachhinein, ich will beide Tiere absolut nicht missen, habe ich ein wirklich schlechtes Gewissen gegenüber dem Pony, nur hat es das auch nicht besser gemacht.

Wir landeten, nach anfänglichem Hochgefühl, wieder in einem Kreis und so machte das ganze keinen Spaß. Ich konnte mir selbst nicht in den Hintern treten um dies wieder zu bereinigen. Ich fand den Fehler einfach nicht oder ich wollte ihn nicht sehen. Egal wie rum ich es drehe, ich bin diejenige die schuld hatte.

Fehler erkennen und eine andere Richtung einschlagen

Nun, meine Fehler hab ich analysiert und seit dem geht es wirklich Bergauf. Ich denke, durch den neuen Weg den wir jetzt einschlagen werden wir uns wieder dorthin bewegen, wo wir am Anfang waren, nur besser, mit mehr wissen, neuen Ideen, ohne Druck und mit viel mehr Gelassenheit.

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Dies ist unsere Geschichte. Zwar nicht so schön wie die Geschichte die ich Dir verlinkt habe, aber auch hier gibt es ein Happy End.

 

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24. Dezember 2014
von sonny
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Die neuen Wege des Herrn Plüsch III

Der nächste Tag, die nächste Trainingseinheit. Wieder etwas Neues was meinen Wissenshunger stillt und mich ein wenig an den Rand meiner Koordination bringt ;) Macht nix, ich werde es bestimmt irgendwann lernen, sonst muss ich mir für meine Kreis-Geh-Künste ein paar Hilfspunkte setzten.

Aber, das wolltest du bestimmt gar nicht wissen ;) Diesmal ging es nach draußen auf eine Wiese. Aufgrund des wunderbaren Regens – der mich zur Zeit so wahrlich ankotzt – war die Wiese natürlich nass, aber man muss mit dem Arbeiten was man hat und ich finde es wirklich klasse wie Adriana sich da rein denken kann.
Man muss sich ja bei jedem Schüler neu ausrichten, auf dessen Fragen und Wünsche eingehen und ehrlich sein, wie weit man gehen kann, was Reiter und Pferd erreichen können. Ehrlichkeit ist etwas was mir wichtig ist, denn ich will lernen und es richtig machen und keine Zuckerwatte in den Popo gepustet bekommen, nur weil ich Geld dafür bezahle.

Angefangen haben wir im Stand wieder mit der lösenden Übung für’s Genick. Da hab ich mich schon etwas eingefühlt und den Dreh raus. Auch wenn sich das Pony gerne raushebt, weil es gerade zieht, bleibe ich ruhig und fange wieder von Vorne an. Menschen die mich kennen, wissen, dass ich schnell die Ruhe verliere und dann mich über mich selbst ärgere. Durch meine Tiere ist das schon besser geworden, aber es kommt immer noch vor, daher tut mir diese Übung sehr gut.

Kreise, Kreise, Kreise

Als nächstes Stand wieder Kreise laufen auf dem Plan. Ich glaube als Luftaufnahme wären es noch nicht einmal ein Ei. Aber wenn ich mich darauf konzentriere, wie Herr Plüsch laufen soll, dann bekomme ich das mit dem Kreis einfach nicht hin. Irgendwann, wenn ich gespeichert habe, wie es aussehen soll und wie ich es fühlen kann, dann kann ich damit anfangen zu versuchen Kreise richtig zu laufen. Aber ich habe so ein Gefühl, dass dieser Weg noch lang dauern wird, denn jedes Mal kommt bestimmt etwas Neues hinzu.

Also Kreise laufen und schön darauf achten, dass das innere Hinterbein zwischen die Spur der Vorderbeine fußt. Zwischendurch stehen bleiben und das Pony von Vorne nach Hinten wippen lassen. Auch hier habe ich schon etwas besser den dreh raus und versuche den „Schwung“ nicht so sehr abzufedern, sondern lasse ihn ankommen und fange dann wieder von Vorne an. Wenn ich es mit dem Schwung übertreibe erzählt mir das Pony dies gleich, denn dann muss er einfach einen Schritt machen um sich auszugleichen. Somit muss ich wieder vom Anfang starten.

Eine neue Aufgabe kommt hinzu

Mit der neuen Aufgabe entkomme ich dem Kreis nicht und muss mich noch ein bisschen mehr konzentrieren. Es geht darum, dass der Herr sein inneres Hinterbein weiter unter den Schwerpunkt hebt, damit es kräftiger wird und er sich traut damit zu tragen, denn das sollte ein Pferd bei der Arbeit tun. Die Hinterbeine benutzen und somit die Last aufnehmen. Auf der Vorhand latschen Pferde schon den ganzen Tag.

Nun, nur vom Kreis laufen macht er das ja nicht von alleine, zumindest nicht von Anfang an, denn er weiß ja noch gar nicht, was von ihm erwartet wird. Somit musste ich jedes Mal, wenn er weniger fleißig wird, mit der Gerte sein Hinterbein an ticken, bevor es abfußt. Das ist ja eine Aufgabe für mich. Wie heißt es so schön? Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und das ist bei mir definitiv der Fall. Auf alles konnte ich mich leider nicht konzentrieren und so hat mir Adriana Herrn Plüsch freundlicherweise abgenommen und ich musste einfach nur den Takt sehen. War auch nicht wirklich einfacher für mich, aber so musste ich auf nichts anderes achten als darauf, das hat schon geholfen.

Nach ein paar Runde sollte Herr Plüsch traben. Da fällt mir ein, ich wollte noch fragen warum, das hat sich mir nicht so ganz erschlossen.

Wie trabt das Pony am ehesten?

Genau, wenn die Alte mitläuft. Ja wirklich. Hätte ich ihn an der Longe rausgeschickt, hätte er mir wahrscheinlich zu verstehen gegeben, dass es entweder nicht versteht was ich möchte oder dass er da gerade keine Lust drauf hat. Welche Variante es ist, hab ich leider noch nicht rausgefunden. Ich denke aber, dass es daran liegt, dass wir seit Jahren ohne Longe arbeiten und er nicht mehr weiß wie das geht.

So bin ich mit dem Pony an der Hand über die Wiese gelaufen und er trabte neben mir her. Ein kleines Galöppchen an der Hand haben wir dann auch noch hingelegt und für mich hörte und fühlte es sich nach Dreitakt an. Bei einem Pony kann man schon mal schneller laufen, damit es in die Gangart kommt, obwohl, ich habe es auch schon einmal durch nur schnelleres Gehen geschafft, aber da wollte er wahrscheinlich nur nach Hause und hatte etwas Spannung im Körper.

Das Rotieren

Bei der letzten Übung des Tages konnte ich einfach nicht umdenken. Ich hab da manchmal so ein riesiges Brett vorm Kopf was sich leider auch nach zahlreichen Wiederholungen nicht löst. Wenn ich dann eine Nacht drüber geschlafen habe und es dann noch einmal gezeigt bekomme, dann klappt es, aber bis dahin kann ich das Rätsel nicht lösen. Der Kopf muss nach rechts gestellt werden, das Maul aber nach links kommen. Das hat mir irgendwie verwirrt.

Wie lernt man den Takt?

Ich gestehe, ein kleines bisschen war ich enttäuscht von mir uns so wurde mein Ehrgeiz entfacht und ich habe mir, nachdem ich wieder Zuhause war, ein paar Videos angeschaut. Es waren nur Videos von Pferden die im Schritt gearbeitet wurden. Es war mir egal worum es darin ging, ich wollte nur diesen Takt lernen.

Das hat auch ganz gut geklappt, am nächsten Tag stand ich nicht mehr ganz so hilflos da und habe nicht mehr so viele Fehlversuche gehabt wie am Vortag.

Ich finde es großartig mit was für einer Geduld meine Fragen beantwortet werden und dass wir Übungen so oft machen bis ich sie verstanden haben. Auch bekomme ich nicht nur die Übungen gezeigt, nein, ich bekomme eine Landkarte für mein Pferd, aber davon mehr beim nächsten Mal, denn ein Trainingstag ist ja noch offen.

23. Dezember 2014
von sonny
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Auf der Jagd nach der Mus musculus

Ja, ich gestehe, ich habe ihren lateinischen Namen gegoogelt. Diese kleinen Mistviecher haben sich in meinen Schrank eingenistet. Alles essbare ist mittlerweile sehr gut verschlossen, aber da fängt diese kleine Maus an, meine Eimer anzuknabbern. Nach einer kaputten Reithose, einer Abschwitzdecke und meinen geliebten NEUEN Handschuhen möchte ich nicht, dass mein Helm oder noch etwas anderes angeknabbert wird. 

Außerdem stinkt der Urin von Mäusen immer so eklig. Somit heißt es nun: Schluss für die Maus, eine Mausefalle her.

Tot oder lebendig? 

Da ich ein Tierfreund bin, hab ich nicht die Klappfalle genommen, die die Maus gleich eliminiert, sondern eine Lebenfalle.IMG_0166

Jetzt werden zwei Fallen mit Nutella bestückt. Es heißt zwar, mit Speck fängt man Mäuse, aber ich habe den Tipp mit dem Schokosüßkram bekommen und werde ihn mal ausprobieren. Aussetzen werde ich sie dann im Wald.

Man positioniert die Fallen taktisch gut und wartet einfach, bis man am nächsten Tag den Schrank öffnet und das hier vorfindet:

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Die Maus durfte mit mir auch noch im Auto fahren und so hab ich sie dann in der Botanik ausgesetzt, weit vom Stall entfernt.