Sonny

einfach Ich

Die neuen Wege des Herrn Plüsch I

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Ein paar Selbstzweifel nagen schon seit Monaten an mir. Wie bekomme ich das Pony wieder reitbar? Also, wie kann ich die Rückenmuskeln aufbauen, die er zum tragen braucht? Wie kann ich immer nicht nur das Gleiche machen, damit er sich nicht langweilt? Gibt es auch Sachen die ich im Stall, also auch im Stand machen kann, wenn es mal wieder regnet und der Round Pen unter Wasser steht, so, dass ich keine Ausreden mehr habe?

Wie kamen die Zweifel?

Mh, wie sagen manche Menschen? Herr Plüsch und ich haben eine freundschaftliche Beziehung, was vielleicht daran liegt, dass ich, egal ob Hund oder Pferd, nicht an dieses Rangdingens glaube.

Ich bin überzeugt, dass Tiere wissen, dass wir Menschen sind, sonst würden wir uns ja so gebären wie sie, und dass dies eine andere Art der Zusammenarbeit ist. Ich möchte mit meinen Tieren nebeneinander arbeiten, wir sollen beide Spaß daran haben und das mit Respekt und Ehrlichkeit.

Natürlich verlange ich Dinge von meinen Tieren, aber nur wenn ich weiß, dass sie es können, weil wir es erarbeitet haben. Gut, manchmal bin ich schon 10 Schritte weiter, aber dann holt mich, zumindest der Hund, auf den Boden der Tatsachen zurück und ich weiß, dass ich ein paar Gänge runter schalten muss.

Beim Hund gelingt mir das viel besser und schneller wieder zurück zu schalten, als beim Pony und diesen Unterschied will ich einfach nicht mehr haben.

Mir macht es spaß dem Hund etwas beizubringen. Seine grauen Zellen anzuregen und zu sehen was dabei raus kommt. Ich finde es klasse, wenn er selbstständig auf Ideen kommt und sich mit einbringt. Ich möchte dies auch bei Herrn Plüsch. Ich möchte, dass er nachdenkt und spaß an der Arbeit hat. Durch Herrn Wuff habe ich Zweifel an der Arbeitsweise bekommen, wie ich mit dem Pony arbeite.

Sind es die richtigen Wege?
Bin ich zu hart?
Bin ich zu laut?
Bewahre ich manchmal einfach nicht die Ruhe?
Verlange ich zu viel, weil ich die Übungen nicht klein genug aufteile?

Ja, all diese Fragen stelle ich mir, weil der Hund mir es so deutlich zeigt, wenn ich einmal zu viel verlange. Das Pony erträgt es einfach, versucht mir gerecht zu werden, aber das hab ich lange Zeit nicht verstanden, weil ich nicht richtig hingeschaut habe.

Welche Wege gibt es?

Was macht ein Bücherwurm um neue Ansätze zu bekommen? Natürlich, Bücher wälzen. Das war auch keine schlechte Idee, denn Ansätze habe ich genug bekommen.
Das Problem an Büchern ist aber, dass sie sehr allgemein geschrieben sind, sie sollen ja viele Menschen erreichen.
Da aber jedes Pferd individuell ist, sei es vom Gebäude oder von Wesen her, kann man viele Sachen nicht so einfach umsetzten, wie es dort geschrieben steht.  Hinzu kommt, dass die Beschreibungen in Büchern nicht so in die Tiefe gehen, die ein mancher braucht, aber das ist wieder ein anderes Thema und wird in den Rezensionen der Bücher einfließen.

Aber da gab es ja auch Menschen, die dafür bezahlt werden um jemanden zu helfen. Leider sitzen diese Menschen immer weiter entfernt als es mir möglich ist zu gehen. Ja gehen. Ich habe keinen Hängerschein und keinen Hänger, daher müsste derjenige in der Nähe sein. Auch gibt es Trainer die zu einem in den Stall kommen, aber ohne Halle und ohne vernünftigen Platz, können viele Menschen nicht ihr Weltbild vorstellen.

Was ist es geworden? 

Daher habe ich versucht, bei den Sachen von denen ich überzeugt war, es meinem Pony verständlich beizubringen, diese umzusetzen. Das hat auch mit viel Lob und Futter geklappt.

Hey, bei Schenkelweichen vom Boden hab ich früher schon bei der Anfrage fast eine geschossen bekommen. Nach zwei Wochen üben, hatten wir ohne ein Anziehen des Beins – auf beiden Händen –  den halben Round Pen geschafft. Da war ich wirklich stolz.

Aber mach ich da überhaupt richtig?
Fußt mein Pony richtig ab?
Ist die Biegung zu stark?
Ist meine Position eigentlich richtig?
Kann ich es noch verfeinern?

Viel Fragen die meine Bücher nicht zu beantworten vermochten oder ich hab es einfach nicht gefunden habe. Ja, wo macht man dann weiter? Wie kommt man auf die Lösungen, wenn man ein Brett vor dem Kopf hat?

Manchmal gibt es das Schicksal was Wege zusammenführt…

tbc 😉

Autor: sonny

Baujahr 83. Lebt 20 Kilometer vor Hannover. Bücherliebhaberin. Hundebesitzerin. Isländerbesitzerin. Technikverliebt. Wintermensch. Schneeliebhaberin. Twitterbesessen. Probiert gerne was aus. Isst gerne. Mag ihren Job. Serienliebhaberin. Damit Du Dich nicht wunderst, wenn Du hier das erste Mal kommentierst, was mich wirklich freut, jeder neue Kommentator muss von mir freigeschaltet werden. Das erspart Dir diese nervigen Abfragen, welche man eh nie richtig lesen kann ;)

8 Kommentare

  1. Ich find das sehr schön wie du dir so viele Gedanken machst den Tieren gerecht zu werden. <3 Wünsche dir viel Erfolg! (Ich wusste gar nicht, daß es einen Hängerschein gibt. O.o Macht 1 den in der Fahrschule?)

    • Seit dem es die Karte als Führerschein gibt, muss man den Hängerschein separat machen. Also einen kleinen Hänger darf man hinterm Auto ziehen, aber einen mit Pferd drin, muss man „neu“ erlernen und sich eintragen lassen.

  2. Ich finde es so toll, was einem Tiere alles beibringen können, egal ob auf vier Pfoten oder vier Hufen, und ich finde es klasse, dass du so intensiv versuchst, deinen Tieren entgegenzukommen und ihnen gerecht zu werden. Jetzt bin ich schon ganz gespannt, wie es weitergeht mit dem Herrn Plüsch :-)!

    Liebe Grüße von der Isar an die Leine!
    Alexandra

  3. Hallo!
    Erstmal: Mach dich nicht scheckig und kleiner, als du bist. Wenn wir von Anfang an Perfektion anstreben, dann können wir es gleich lassen. Fehler passieren, auch wenn wir versuchen, sie zu vermeiden. Ich denke mir auch ständig „na toll, das hast du wieder verbockt“, „super, warst gerade wieder mega ungerecht zum Pferd“ oder „prima, dass dir das Problem jetzt erst aufgefallen ist“. Bringt leider nichts, sich selbst mental auszupeitschen. Also kann man nur versuchen, es beim nächsten Mal besser zu machen. Ich würde mir ein Ziel rauspicken, an dem du arbeiten willst, und alles andere erstmal hinten an stellen. Also von mir aus: Heute arbeitest du am Ausdruck und versuchst, keine angelegten Ohren oder keinen schlagenden Schweif zu bekommen. Morgen arbeitest du an einer möglichst konstanten Biegung. Übermorgen achtest du auf deine Körperposition. Ich würde experimentieren und fokussieren – und nacheinander. Alles auf einmal klappt überfordert uns und das Pferd. Mir hilft es total, die Dinge nacheinander anzugehen, und sie dann am Ende zusammenzupuzzeln. Wir arbeiten übrigens schon Jahre (!) an einem ordentlichen Kruppenherein und kommen jetzt an den Punkt, wo er mit dem linken Hinterbein mehr unter den Schwerpunkt treten kann, ohne auf die rechte Schulter zu fallen. 🙂 VG! Nadja

    • Danke für dein offenes Kommentar! Es hilft mir ungemein zu erkennen, dass andere Menschen auch ihre Fehler haben 🙂 Perfektion strebe ich eigentlich gar nicht so an, aber ich bin halt manchmal zu schnell und denke schon zu weit.

  4. Danke für die Info über den Anhängerschein.

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