Sonny

einfach Ich

Ankerplätze

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Vor ein paar Tagen habe ich in meinem Bericht zu unseren Ritualen von mysteriösen Ankerplätzen geredet.

Nein, es sind keine Plätze an denen ich das dicke Pony anbinden oder einen Anker werfen muss, da er im schnellen Tempo daran vorbei geht. Es sind Plätze an denen die Arbeit aufhört. Schluss, Ende, aus die Maus. Stehen bleiben, absteigen, Sattelgurt lockern und ab geht es geführt nach Hause.

herr plüsch

Der Vorteil dieses Rituals liegt bei uns klar auf der Hand. Sollte das Tier mal einen Furz quer sitzen haben und der Meinung sein, dass er doch unkontrollierbar durch die Gegend Richtung Stall pesen muss, wird er an diesem Punkt, komme was wolle, einfach stehen bleiben.
Ist zwar doof für mich, weil es nicht sehr charmant ist, aus dem vollen Galopp auf Null zu bremsen, aber da ich den Punkt kenne, an dem angehalten wird, kann ich mich vorbereiten.

Einer der Ankerplätze ist ein stinknormaler Baum. Neben dem wird einfach angehalten, runter vom Pferd, Sattelgurt auf damit der dicke Bauch wieder atmen kann, Sperrhalfter öffnen, wenn ich es denn nicht mal wieder vergessen habe, Leckerli ins dicke Tier und im flotten Schritt ab zum Stall. Den flotten Schritt könnte ich auch von oben fordern, aber warum? So habe ich die Sicherheit, da das Pony über viele Jahre dies gelernt hat dort stehen zu bleiben, dass es das auch macht.

Ankerbaum

Ein Bohm auf dem Weg nach Hause. Einer unserer vielen Ankerplätze

Was macht mich so sicher? Viele zufällige Situationen.
Solange ich Herrn Plüsch kenne und das ist schon sein ganzes Leben, ist dieses Tier noch nie durchgegangen oder war unkontrollierbar. Natürlich hat er im Frühling mehr Feuer im Arsch als im Sommer, aber es war immer eine Bremse oder besser ein Anker da.

Ankerbank

Unsere Bank. Der erste Ankerpunkt den das Pony kennengelernt hat.

Wenn ich in meiner Erinnerungskiste rum krame, dann erinnere ich mich an folgende Situation:

Ein Ausritt mit der Reitdomina. Der Himmel war schon etwas dunkel, aber das kann uns ja manchmal nicht abhalten. Nach der Hälfte der Strecke hat es aber so aus Kübeln geschüttet, dass wir auf der Stelle kehrt gemacht haben und im Galopp nach Hause. Wäre da nicht der Ankerplatz gewesen, wären wir auch im Stall angekommen. So haben die Pferde ohne unser zutun durchpariert, natürlich im Eifer des Gefechts ist uns dies entfallen. Nun, eine Radelle habe wir nicht gedreht, aber ist schon scheiße, wenn man nicht klitschnass im Stall ankommen will und die Pferde einem einen Strich durch die Rechnung machen. Jedenfalls in dieser Situation, klasse war natürlich dass sie es so verinnerlicht haben 😉

Also, langes Geschreibe, kurzer Sinn: Es ist eine Sicherung, damit, falls es mal doof läuft, das Pony nicht um die Ecken schwingt und mein Bein am Hoftor hängen bleibt. Fazit: Klappt super 🙂

Gibt es bei dir und deinem Tier auch einen Ankerplatz?

Autor: sonny

Baujahr 83. Lebt 20 Kilometer vor Hannover. Bücherliebhaberin. Hundebesitzerin. Isländerbesitzerin. Technikverliebt. Wintermensch. Schneeliebhaberin. Twitterbesessen. Probiert gerne was aus. Isst gerne. Mag ihren Job. Serienliebhaberin. Damit Du Dich nicht wunderst, wenn Du hier das erste Mal kommentierst, was mich wirklich freut, jeder neue Kommentator muss von mir freigeschaltet werden. Das erspart Dir diese nervigen Abfragen, welche man eh nie richtig lesen kann ;)

3 Kommentare

  1. Same same but different 😀

  2. Das ist echt interessant. Habe gerade ein Buch gelesen, das eine ähnliche Methode in anderen Zusammenhängen empfiehlt: Wenn du nicht willst, dass dein Pferd nach Hause galoppiert, dann steige ab und führe es – allerdings von unterschiedlichen Orten aus. Da findet keine Verknüpfung mit einem Platz statt (warum, weiß ich nicht).
    Aber ein fester Anker ist bestimmt eine Strategie, die sehr hilfreich sein kann. Merk ich mir! VG! Nadja

    • Mh, wenn ich nicht möchte dass mein Pony zu schnell nach Hause geht, dann drehe ich, wenn ich alleine bin, wieder um. Das kann ein paar Minuten länger dauern und er wird dadurch immer etwas zickiger, aber wenn wir das Spiel ein paar mal gespielt haben, geht er vernünftig.

      Ich steige an unterschiedlichen Stellen einfach mal ab, gehe ein paar Meter und steige dann wieder auf um weiter zu reiten, weil ja immer mal was sein kann.

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