Sonny

einfach Ich

Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis

| 2 Kommentare

51mUyJVV sL._SL160_

Klappentext:

Abel Tannatek, der Außenseiter, der Schulschwänzer, der Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn da gibt es noch einen anderen Abel. Den sanften und traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna nicht mehr loslässt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern die Wirklichkeit?
Was, wenn Annas Befürchtungen wahr werden? Was, wenn der, den sie liebt, zugleich ihr schlimmster Feind ist?

Meine Meinung:

Seit Wochen sitze ich hier und überlege, wie ich meine Gedanken über dieses Buch in Worte fasse. Jedes Wort das ich schreibe, wird nach nochmaligen lesen gelöscht, weil es nicht das Richtige ist. Es gibt für mich keine richtigen Worte, die dieses Buch so toll beschreiben, wie ich es erlebt habe, aber trotzdem will ich es versuchen.

Was passiert, wenn die Seifenblase in der du lebst, sich langsam auflöst? Was, wenn du in eine Welt eintauchst, die dir so fremd ist wie ein Land, von dem du schon gehört, aber es noch nie live erlebt hast?

Anna ist fast achtzehn. Durch ihre Seifenblase, wie Anna es selbst nennt, lebt sie in ihrer eigenen Welt. Abgeschirmt von den Drogen und dem Sex, mit denen sich die Personen um sie herum beschäftigen. Ich empfand sie am Anfang etwas naive. Ich konnte nicht wirklich verstehen, wie man in diesem Alter so wenig die Welt erlebt hat, aber je weiter man in die Welt von Anna taucht, desto mehr kann man sie verstehen. Abel Tannatek, den alle nur den polnischen Kurzwarenhändler nennen, zieht Annas Aufmerksamkeit auf sich. Dort in seiner dunklen Ecke steht er Pause für Pause, egal welches Wetter ist. Er ist ein fester Bestandteil dieser Ecke und sieht mit seinen Klamotten gefährlich aus. Man möchte ihm nicht im Dunkeln begegnen. Sie haben zusammen ein paar Kurse, aber entweder schläft er oder ist gar nicht da. Ein Mysterium ist er schon. Niemanden öffnet er sich, er hat etwas, dass Anna anziehen muss. In ihrer Welt, gibt es keine Gefahren, keine Geheimnisse, bis sie in die neue Welt eintaucht.

Gitta, Annas beste Freundin warnt sie. Sie sollte sich nicht zu sehr für ihn interessieren, es gibt Dinge, die Anna nicht wissen soll. Ja, der Meinung war ich am Ende des Buchs auch. Jedes Mal, wenn ich dachte, es kann nicht schlimmer kommen, es können sich nicht mehr größere Abgründe auf tun, hat die Autorin einen drauf gepackt.

Nach dem Anna im Studienzimmer unter dem Sofa eine Puppe gefunden hat, kommt sie mit Tannatek ins Gespräch. Er behauptet, dass diese Puppe seiner kleinen Schwester Micha gehört. Anna will es genauer wissen und folgt ihm eines Nachmittags zu einer Grundschule. An diesem Punkt, hat sich Micha in mein Herz geschlichen. Sie ist eine so niedliche und liebliche Person, da kann man gar nicht anders, als sie lieben. Sie lockert die Situation zwischen Abel und Anna auf, bringt ihren Bruder zu Sachen, von denen er nicht geglaubt hätte, dass er sie macht und ist der Hauptpunkt in einem Märchen, das mehr Wahrheit enthält als Anna lieb ist.

In diesem Buch ist vieles auf den ersten Blick nicht sichtbar, verwirrend und unverständlich. Wo man gerade noch über die eine Sache nachdenkt, wird man schon wieder mit einem anderen Problem beschäftigt. Es wird eins der wenigen Bücher sein, dass ich zwei Mal lesen werde, da ich von mir selbst glaube, dass ich viele Sachen übersehen habe, nicht verknüpfen konnte, obwohl mir die Antwort präsentiert wurde.

Einige Handlungen konnte ich aus meiner persönlichen Sicht nicht verstehen, aber dafür sind wir Menschen, wir handeln alle unterschiedlich und Antonia Michaelis schafft es, die Situation so zu erklären, dass man nicht  kopfschüttelnd vor dem Buch sitzen muss, sie erklärt die Figuren in ihrem handeln und denken, beschreibt, warum die Protagonisten genauso handeln und nicht anders.

Mir gehen die Wörter aus und ich möchte nur eins noch dazu sagen: Lest es einfach und macht euch ein eigenes Bild. Meiner Meinung nach, werdet ihr nicht enttäuscht, denn ein Buch, das so grausam und schön zu gleich ist, habe ich selten gelesen.

Mein Fazit:

Ein Buch, so wundervoll und grausam zugleich. Ein Ende wie es anders nicht sein dürfte. Für diejenigen, die gerne eine Liebesgeschichte der besonderen Art lesen möchte, die nicht nur Friede und Freude beinhaltet.

 

Lesezeit:

der märchenerzähler

Autor: sonny

Baujahr 83. Lebt 20 Kilometer vor Hannover. Bücherliebhaberin. Hundebesitzerin. Isländerbesitzerin. Technikverliebt. Wintermensch. Schneeliebhaberin. Twitterbesessen. Probiert gerne was aus. Isst gerne. Mag ihren Job. Serienliebhaberin. Damit Du Dich nicht wunderst, wenn Du hier das erste Mal kommentierst, was mich wirklich freut, jeder neue Kommentator muss von mir freigeschaltet werden. Das erspart Dir diese nervigen Abfragen, welche man eh nie richtig lesen kann ;)

2 Kommentare

  1. Hi,
    eine sehr schöne Rezension. Auch mir ging es ähnlich, mit dem Gefühl dem Buch nicht gerecht zu werden.
    Für mich ist dieses Buch etwas besonderes. Eins der Bücher bei denen ich immer noch seufze wenn ich dran denke :O)
    LG Ela

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Seite verwendet Cookies. Mit der Nutzung von Sonnysblog.de, erklärst Du Dich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen über die Verwendung von Cookies auf dieser Website findest Du in der Datenschutzerklärung. Datenschutzerklärung